91 – 2001 die neue Spielgemeinschaft

62 Jahre Handballabteilung Münzenbergs Handballer können mit Stolz auf eine erfolgreiche »62jährige Handballtradition« zurückblicken. – Als 1929 junge Männer des damaligen »TV Münzenberg« unter schwierigen Verhältnissen mit dem runden Leder Bekanntschaft machten, ahnten sie sicher nicht, dass das kleine Städtchen Münzenberg einmal zur »Handballhochburg« emporsteigen würden. Mit Sicherheit wussten sie nicht , dass nach sechs Jahrzehnten sportlicher Rivalitäten die ewigen Kontrahenten aus Gambach und Münzenberg im friedlichen Miteinander um Ehren und Handballerfolge wetteifern würden!

1991/92 Nach der Fusion zur »SG Münzenberg/Gambach« Ende Mai 1991 war Eile geboten, eine schlagkräftige Mannschaft zu bilden, die auch den Anforderungen einer Bezirkliga I – Klasse standhielt. In Zdenko Kovac glaubte man den geeigneten Coach dafür gefunden zu haben.
Der Start gestaltete sich wenig verheißungsvoll. Nach dem fünften Spiel, bei 2:8 Punkten, läuteten bereits die Abstiegsglocken schrill. Der junge Vorstand musste handeln und neue Entscheidungen treffen. – Trainerwechsel! – Uwe Müller übernahm nun das Zepter einer stark verunsicherten Crew. Die sichtbaren Erfolge stellten sich, zu Beginn noch spärlich, dann aber doch langsam ein. Nach der Vorrunde mit 7:15 Zählern immer noch Tabellenplatz 11. Ab dem 15. Treffen zahlten sich nun die Bemühungen aus. Praktisch im letzten Spiel, das in der Münzenberger Sporthalle gegen Bieber gewonnen wurde, konnte mit dem »8.Tabellenrang« der Klassenerhalt gesichert werden.. Die vier dahinter platzierten Mannschaften: Oppershofen, Bieber, Butzbach und Katzenfurt/Ehringshausen traten den Weg in die Bezirksliga II an.

1992/93 – 1993/94 Im zweiten Jahr nach der Verbrüderung der beiden Handballabteilungen übernahm nun Bernd Walter als Spielertrainer die Regie. Seine Aufgabe lautete , die jungen Talente, die in der Jugend tolle Erfolge erzielten, mit den erfahrenen Kämpen zu einer homogenen Einheit zu verschweißen, damit sie auch dem rauen Bezirksligawind trotzten. – Die Burgstädter zu Beginn als Abstiegskandidaten gehandelt, behaupteten sich wider erwarten gut und landeten hinter Rechtenbach und Södel auf »Tabellenplatz 3«.
Für die Saison 1993/94 forcierten SG und Trainer den Einbau weiterer Nachwuchsspieler. Dieser mutige Schritt zum Neuaufbau brachte zum Saisonende eine Verbesserung bis auf »Tabellenrang 5«. 1994/95 Vize – Bezirksmeister
Zu Beginn eingeschränkter Trainingsbetrieb durch Ableistung ihrer Wehrdienste von gleich vier Spielern. – Der Start gestaltete sich recht gut, doch dann wechselten Licht- und Schattenseiten. Nach sechs Spieltagen nur Tabellenplatz 7. Danach vier Siegspiele in Serie. 14:8 Punkte auf der Habenseite bedeuteten Platz 2 am Ende der Vorrunde. In der zweiten Hälfte des Rennens besaßen die Wetterauer bis zum vorletzten Treffen sogar noch reelle Titelchancen, unterlagen dann aber im Schlagerspiel gegen den Kontrahenten Niedergirmes mit 19:17 Toren, der sich durch diesen Sieg Meisterschaft und Aufstieg sicherte. Die Entscheidung um Platz 2 fiel im letzten Match gegen Oppershofen, die einem Punkt weniger auf ihrem Konto hatten. Zuhause, gestärkt durch die vielen Fans, gelang im Derby ein knapper 13:12-Sieg. Mit dem Gewinn der »Vize-Bezirksmeisterschaft« erreichte die SG Münzenberg/Gambach seit Bestehen ihre beste Platzierung.

1995/96 Einen bombigen Einstand konnte beim hohen 22:14-Heimsieg über den alten Rivalen Oppershofen gefeiert werden. Nach weiteren drei Spielen übernahm die Truppe mit 8:0 Zählern die Tabellenführung; die auch noch nach Abschluss der Hinrunde Bestand hatte.
In der Rückrunde unverständliches Nervenflattern. Durch klägliche Torausbeuten gingen nun viele Punkte an die Konkurrenten verloren. – Am letzten Spieltag verschenkte man nach enttäuschenden Leistungen bei der Heimniederlage gegen Dilltal sogar noch den Vize – Bezirksmeistertitel. »Tabellenplatz 3« ein etwas enttäuschender Abschluss.

1996/97 Wie auch im letzten Jahr startete die Mannschaft wieder furios in die Meisterschaftsrunde. Verstärkung erhielten die Münzenberger durch Thorsten Schneider, der aus Holzheim kam, aber schon in der Jugend bei der SG unter Vertrag stand. – Mit 18:8 Zählern und dem 1.Tabellenrang nach elf Begegnungen glitten die Schützlinge von Trainer Bernd Walter beruhigt ins Jahr 1997. Doch das Virus, das bereits in der vorherigen Saison zur gleichen Zeit wütete und die Schar lähmte, rutschte nun nach mehreren Niederlagen bis auf »Tabellenrang 3« ab. – Langgöns/Dornholzhausen und Oppershofen hatten die Nase vorn.
Nach fünf Jahren erfolgreichen Wirkens, eigentlich fehlte nur das i-Tüpfelchen, beendete Bernd Walter vorübergehend sein Handballengagement. Mit ihm verabschiedeten sich noch Torwart Jochen Alles und Stürmer Marco Boller, die ihr Glück bei anderen Vereinen suchten.

1997/98 Wilfried Schäfer, Holzheim, konnte als Nachfolger für Trainer Bernd Walter verpflichtet werden. Sein Einstand verlief wunschgemäß. Unsere junge Garde spielte wie entfesselt und präsentierte sich mit 22:4 Zählern als ungeschlagener »Halbzeitmeister«. – Danach gleich zu Beginn der Rückrunde: »Wechselbäder der Gefühle«. Drei Niederlagen in Folge ließen schlimmes erahnen. Die Talfahrt konnte noch rechtzeitig abgefangen werden. Die positiven Schlagzeilen überwogen nun wieder, doch war der Meisterzug leider abgefahren. Oppershofen verwies das Team mit zehn Fehlpunkten auf den »Vize-Bezirksmeisterplatz«. – Sven Tauber und Stefan Badtke verließen die Mannschaft zum Saisonende und wechselten zur SU Nieder-Florstadt.

1998/99 Nach dem Abgang von Spielmacher Sven Tauber hatte es Trainer Wilfried Schäfer nicht leicht eine neue Formation zu bilden, zumal in der Vorbereitungsphase viele Spieler durch Krankheit und anderer Gründe fehlten. So zeichnete sich bald ab, dass hier große Defizite in Angriff und Abwehr vorhanden waren, um ganz vorne mitzumischen. – Die Hinrunde verlief mit 17:9 Punkten und dem 4.Tabellenrang einigermaßen gut. Danach wechselten Licht und Schatten, die SG verabschiedete sich vollends aus dem Titelrennen und rutschte zwischenzeitlich auf Tabellenrang 7 ab. Durch Leistungssteigerungen in den letzten vier Begegnungen gelang eine Kosmetikkorrektur, die eine Verbesserung bis auf »Tabellenrang 5« zur Folge hatte. – Das Handballengagement von Trainer Wilfried Schäfer endete zum Saisonende.

1999/2000 Bezirksmeister 2000 Als Bernd Walter vor zwei Jahren das Traineramt für die erste Mannschaft niederlegte, blieb er nicht tatenlos. Sei zwischenzeitliches Wirken galt ganz der A-Jugend, die er in die Oberliga begleitete und zum »Vize-Hessenmeister« führte.
Sein Ziel als neuer Herrencoach lautete, die jungen Talente, die er gleich mitbrachte, gewinnbringend zu integrieren. – Der Start war fabelhaft. Nach imposanten Glanzleistungen, mit nur fünf Minuspunkten behaftet, gelang die »Halbzeitmeisterschaft«. – Die Rückrunde verlief noch grandioser. Ein wahrer Triumphzug, wenn auch Kontrahent SU Nieder-Florstadt uns zu Hause bezwang und dadurch die endgültige Meisterschaft verschob. Den Sack zumachten unsere Elite-Spieler aber dann zwei Wochen später beim 29:23-Heimsieg über HSG Büdingen/Altenstadt. Mit drei Punkten Vorsprung untermauerten sie eindrucksvoll den Start- und Zielsieg mit dem Gewinn der »Bezirksmeisterschaft 2000« und dem damit verbundenen Aufstieg in die neu geschaffene »Landesliga Mitte«.
Junioren-Nationaltorhüter Nikolai Weber, Münzenbergs Eigengewächs, wurde mit Blumen verabschiedet, da er zum Bundesligisten HSG D/M Wetzlar wechselte.

2000/2001 Landesliga Mitte: Der Aufstieg in die neu geschaffene »Landesliga Mitte«, der die Bezirke Gießen, Wiesbaden und Frankfurt angehören, konnte durch die Erringung des Bezirksmeistertitels souverän erreicht werden. Für die Schützlinge von Trainer Bernd Walter und Betreuer Eckhard Becker galt es nun sich neu zu orientieren, da die Spielstärken vieler Kontrahenten unbekannt waren. Den Start mit einem Sieg und zwei Niederlagen verdarben etwas die gute Stimmung, taten aber der guten Moral keinen Abbruch. Nach Beendigung der Vorrunde lag man noch hinter Idstein und Dutenhofen/Münchholzhausen auf Tabellenrang 3.
Die ersten Spiele der Rückrunde verliefen in Harmonie und Ausgelassenheit. Doch dann: »Entsetzen, Fassungslosigkeit, Ohnmacht«! – Was war geschehen?
Stephan Wiebach seit zehn Jahren Stammspieler der 1.Mannschaft, bricht kurz vor Trainingsende zusammen. Trotz aller Rettungsversuche seiner Kameraden und der Ärzte stirbt Stephan am 20.Februar 2001. – Das Schicksal kannte keine Gnade. – Handball spielen vorerst unmöglich. Nieder-Florstadt und Nied erklärten sich sofort bereit, die anstehenden Begegnungen zu verlegen.
Nach drei Wochen Besinnung ging es notgedrungen wieder weiter. Die Gedanken waren noch beim fürchterlichen Geschehen. So kam es, dass die Spiele gegen TuS Holzheim und SG Nied jeweils nur unentschieden endeten, aber in der Vorrunde siegreich gestaltet werden konnten. Wie schwer der Verlust allen traf, machte sich bei der 14:17-Niederlage gegen eine ersatzgeschwächte Kleenheimer Mannschaft bemerkbar. Bei den restlichen fünf Auseinandersetzungen zeigten die Mannen wieder Siegeswillen und fightete im Sinne von Stephan Wiebach aufopferungsvoll, doch es reichte nur noch zum »Vizemeisterplatz«. Dutenhofen/Münchholzhausen punktgleich mit den Unsrigen, aber besser im direkten Vergleich, sicherte sich die Meisterschaft und den Aufstieg in die Oberliga Hessen. Einen Punkt mehr auf der Habenseite und die SG Münzenberg/Gambach wäre der große Gewinner gewesen.

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