51 – 68 Hallenhandball beim TSV

Das Hallenhandballspiel, das in den 30er Jahren in Deutschlands Städten populär wurde, hielt auf Kreisebene und somit in Münzenberg erst nach dem Kriege seinen Einzug. Das Spielen beschränkte sich in den ersten Jahren vorwiegend auf die Wintermonate. Die Ermittlung des Meisters erfolgte dann an mehrenden Wochenenden, meistens in Turnierform. Viele Auseinandersetzungen fanden damals in der Butzbacher Reit- und Viehmarkthalle statt, in der man auf Sand, Hobelspänen und anderen unsauberen Böden spielte. Belustigend anzuschauen waren dann die Spieler, die durch Schweiß und Staub verschmiert, einem Schornsteinfeger ähnlicher sahen. Trotz dieser widrigen Umstände boten alle stets sehenswerte Leistungen.

Münzenbergs Handballer, die in den Jahren von 1948 bis 1951 auf dem Großfeld serienweise Erfolge verbuchten, schwammen damals auf einer Woge der Glückseeligkeit. So haben unsere Mannen diese gute Form auch in die Hallen übertragen können. Von 1951/52 bis 1955/56 haben sie vier Mal den Vize-Kreismeistertitel erringen können. Bei den Bezirksmeisterschaften drangen sie bis in die Endrundenkämpfe vor. – In der Hallensaison 1952/53 gelang sogar die »Vize-Bezirksmeisterschaft«.
Einen Höhepunkt erlebten die Burgstädter bei den Aufstiegsspielen nach Abschluss der Kreisklasserunde, die ja für unser Team mit dem Gewinn des »Vize-Kreismeistertitels 1955/56« endete. In einer anstrengenden Aufstiegsrunde, in der noch elf namhafte Vereine vertreten waren, trumpfte unsere Vertretung toll auf und schaffte durch einen »4.Tabellenplatz« den Aufstieg in die »Bezirksklasse«. – Die Konkurrenz war hier natürlich riesengroß, so dass wir nach zwei Jahren wieder in die »Kreisklasse A« abstiegen.

In der Saison 1961/62, in der die gleiche Mannschaft auf dem Großfeld Bezirksmeister wurde und den Aufstieg in die Verbandsliga schaffte, setzte sie auch in der Halle wieder einen sportlichen Glanzpunkt. Die Crew errang gemeinsam mit dem TSV Butzbach den »Kreismeistertitel«, ein wohl einmaliger Fall in der Geschichte des Sportkreises. In Folge von Zeitnot konnte das Treffen, das 9:9-unentschieden endete, nicht in die Verlängerung gehen. – Bei den Aufstiegsspielen zur Bezirksklasse ging es in der Gießener Volkshalle dramatisch und sehr turbulent zu. Erst nach 180 (!) Minuten regulärer Spielzeit an einem Sonntag, mussten sich die tapfer kämpfenden Münzenberger den Kontrahenten geschlagen geben. Ein verantwortungsloser Modus kostete damals den Aufstieg.

Die Mannschaft, die bis zur Erschöpfung fightete: Walter Tinz (Tor), Kurt Schwenz, Werner Wirth, Artur Michel, Gerhard Scheurich, Erwin Metzger, Reinhold Metzger, Waldemar Kißler, Heinz Höcher, Hans Weil, Gerhard Wächter, Gerd Wirth, Peter Schwenz, Karlheinz Schäfer, Helmut Höhl, Gerhard Dietz.

In der Hallensaison 1962/63 errang das Team noch einmal den »Kreismeistertitel«, doch dann blieben jahrelang die großen Erfolge aus.

1966/67 vermieden die Unsrigen mit 2:12 Punkten gerade noch den Weg nach unten.

1967/68, also ein Jahr später, stand der Sturz in die »Kreisklasse B« endgültig fest.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.