46 – 62 die Anfänge nach dem Krieg

Nach dem Zusammenbruch der »Deutschen Nation« untersagten die Alliierten jegliche Vereinstätigkeiten. Doch dieses Verbot stand für die Handballer nur auf dem Papier. Im Juli fand schon der erste Vergleichskampf zwischen dem alten Rivalen aus Gambach statt. Dieses denkwürdige Match verlor unsere wild zusammengewürfelte Truppe hoch. Doch das störte nicht! Ehrgeiz, Wille und auch Begeisterung für diese Sportart blieben ungebrochen.
Nach und nach kehrten Münzenbergs Sportler aus westlichen Gefangenschaften zurück und stärkten den Spielerkader. Ab der Saison 1946/47 lockerten die Siegermächte ihre strengen Bestimmungen und erlaubten wieder Handballspiele. In der Kreisklasse ging es unter dem neuen Namen »Turn- und Sportverein Münzenberg« mit großem Engagement ans Werk.

In der Saison 1948/49, also im 3.Spieljahr, kämpften die Herren in der Kreisklasse Nord u.a. gegen Gambach, Butzbach, Kirchgöns und Södel. Hier gingen sie als stärkstes Team hervor und sicherten sich den Gruppensieg. – Der Finalgegner hieß VfL Bad Nauheim, Sieger der Gruppe Süd. Das Spiel kam auf neutralem Boden, in Butzbach, zur Austragung. Unsere Crew hatte den Kontrahenten fest im Griff und gewann hoch mit 13:5 Toren. Mit Erringung des »Kreismeistertitels« konnte auch der Aufstieg in die »Bezirksklasse« erkämpft werden. Von diesem Match ist noch zu berichten, dass sich Kurt Metzger bei einem Angriff, etwa 15 Minuten vor Spielende, den linken Arm auskugelte. Schrecksekunden für die gesamte Mannschaft! Auswechslungen bzw. Ergänzungen waren zur damaligen Zeit nicht erlaubt. Nach kurzer Pause und Anlegung einer Armbinde ging unser Stürmer trotz großer Schmerzen wieder aufs Feld und erzielte sogar noch zwei sehenswerte Rückhandwurftore. – Das Einrenken des Armes erfolgte erst Stunden später bei der Siegesfeier im Vereinslokal »Zum Bierheinrich« durch Dr. Paul Bornemann, zwischen zwei Bierchen.
Ein Jahr später, in der Saison 1949/50, überrannten die Burgstädter ihre Gegner und gewannen souverän die »Bezirksmeisterschaft«. Der Aufstieg in die »Gruppenliga II – Süd« wurde gebührend gefeiert.

Den Höhepunkt erlebten Münzenbergs Handballer nach Abschluss der Runde 1950/51, mit dem Gewinn der »Gruppenliga – Meisterschaft«. – Nach Beendigung des letzten Treffens gegen Romrod, das die Mannen mit 13:4 Toren gewannen, gratulierte Bürgermeister Emil Weil dem Siegerteam im Namen der Stadt Münzenberg zur Meisterschaft und zum Aufstieg in Hessens höchste Spielklasse mit einem Lorbeerkranz. – Nun glaubten alle, dass der Aufstieg gesichert sei. Doch weit gefehlt! Der Verband, der kurzfristig Umstrukturierungen beschlossen hatte, verfügte nachträglich zusätzliche Entscheidungsspiele. – Der Kontrahent: »Eintracht Jahn Eschwege«. – In der ersten Auseinandersetzung siegten unsere Akteure in Eschwege mit 15:10 Toren. Das Rückspiel auf dem Münzenberger Sportplatz stellte an alle Beteiligten hohe Anforderungen, da es unter Gluthitze zur Austragung kam. Unser Team konnte leider die gute Form des Vorspiels nicht wiederholen und verlor mit 8:11 Treffern. Das entscheidende dritte Match, das in Alsfeld stattfand, ging leider etwas unglücklich mit 6:7 Zählern verloren. Anschließend löste der Verband zum Unwillen aller Beteiligten die Gruppenligen auf. Die Zwangsrückstufung in die Bezirksklasse folgte.

Hier die Handballer, die in einem Hattrick Münzenberg zur »Hochburg des Großfeldhandballs« machten: Rudolf Schwenz (Tor), Robert Düringer, Robert Schäfer, Helmut Düringer, Alfred Schmitte, Kurt Metzger, Kurt Schwenz, Werner Wagner, Karlheinz Jacobitz, Willi Metzger I., Wilhelm Höcher, Manfred Scheurich, Eduard Schmitte, Willi Debus, Herbert Schwarz, Willi Metzger II., Hermann Höcher, Wilhelm Walter, Willi Schmitte.
In den ersten Jahren der Bezirkszugehörigkeit verbuchte die TSV-Vertretung 1951/52 und 1952/53 noch Vize – Meisterplätze. Danach blieben die großen Erfolge aus, die Wetterauer versanken ins mittelmäßige und spielte nur noch untergeordnete Rollen.

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