1929 – 1945

Münzenbergs Turnerjugend strebte nach neuen Betätigungen im Verein. Angeregt durch die Nachbarvereine, die den Handballsport bereits ausübten, wollten auch unsere jugendlichen Mitglieder dieser faszinierenden Ballart nachgehen. Nach mehreren Aussprachen mit dem damaligen Vorstand, der für alle Erneuerungen ein offenes Ohr hatte, gründete der TV im Frühjahr 1929, im Jubiläumsjahr »25 Jahre Turnverein Münzenberg«, eine Handballabteilung.

Der vorhandene Turnerplatz »Im Eiloh« diente auch den Handballern als Übungsplatz. Dass die Fläche in der Längsrichtung ein starkes Gefälle aufwies, störte wohl, wurde aber als gegeben hingenommen. Außerdem führte noch ein Fahrweg, die heutige Straßenverbindung von der Falkensteiner Straße zur Sporthalle quer durch den neuen Handballplatz. Vor jedem Spiel mussten erst die Furchen der Fahrspuren mit Schippe und Hacke beseitigt werden.

Die ersten ballbegeisterten Anhänger der neu gegründeten Abteilung waren die Jahrgänge ab 1906. Da es erst ab 1933 eine selbstständig spielende Jugendmannschaft gab, gelang dem Nachwuchs gleich nach der Schulentlassung der Sprung in die Aktiventruppe.

Aller Anfang war schwer. Regelmäßiges trainieren gab es noch nicht. In den ersten beiden Jahren, 1929 und 1930, vereinbarten sie mit Nachbarvereinen Freundschaftsspiele und besuchten fleißig Turniere, an einer Verbandsrunde nahm man erst ab 1931 teil.

Zum sportlichen Ehrgeiz kam bald das nötige Können hinzu, so dass die Münzenberger spielerisch ein Wort mitreden konnten.

Mitte der dreißiger Jahre erhielten unsere Spieler den langersehnten neuen Sportplatz, da der alte Platz »Im Eiloh« nicht mehr den Ansprüchen entsprach.

Mit Gründung einer Schülermannschaft im Jahre 1931 legten die Handballer langfristig den Grundstock für spätere Erfolge. Die gleiche Schar, die zwischenzeitlich in die Jugend aufgerückte, errang unter Führung der Sportwarte Wilhelm Schäfer und Wilhelm Wirth nach Abschluss der Saison 1938/39 die »Kreis- und Bannmeisterschaft«.

Bei den Männern dauerte es allerdings etwas länger, ehe sie sich in den Vordergrund spielten.

In all den Jahren gehörten unsere Torwarte stets zu den Besten ihrer Zunft. Ihren Ausbildungen entsprechend waren sie vielseitig und jederzeit auch als Feldspieler einsetzbar.

Torwarte: Albert Bing von 1929 bis 1930, Hermann Bender von 1930 bis 1938, Wilhelm Britting von 1931 bis 1935, Werner Diehl von 1938 bis 1939, Rudolf Schwenz ab 1939.

Das Spielgeschehen ging bis zum Kriegsausbruch am 1.September 1939 ungemindert weiter. Danach überschlugen sich die Ereignisse. Der Handballsport trat notgedrungen in den Hintergrund. Die Aktivitäten kamen zum Erliegen. Der »Zweite Weltkrieg«, der viel Leid verbreitete, forderte auch von den Handballern seinen Blutzoll.

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