Bei der Generalversammlung am 8. Februar 1950, die der Vorstand wegen der Rückkehr des Spätheimkehrers um vier Wochen verschob, wählten die Versammelten ihren ehemaligen Vereinsvorsitzenden Otto Schlecht nach fünf Jahren Unterbrechung wieder in dieses Amt. Heinrich Schwenz rückte als dessen Stellvertreter ins zweite Glied.

Die Handballer der mittelalterlichen Stadt schwammen auf einer Woge des Erfolges und machten durch einen Hattrick Münzenberg 1951 zur „Hochburg des Großfeldhandballs“. Innerhalb von drei Jahren gelangen Meisterschaften und Aufstiege bis in die Gruppenliga II Süd. Höhepunkt war anschließend der Gewinn der Meisterschaft. Eine Erfolgsserie, die jahrelang ohne Beispiel blieb.

Am Pfingstsonntag 1953 erhielt Münzenberg Besuch aus der Stadt Ronneburg/Thüringen. Die Ostzonenhandballer waren auf einer Tournee durch den Westen. Als sie bei uns eintrafen, hatten sie schon in Butzbach und Pohl-Göns Station gemacht. Das Freundschaftsspiel, das am zweiten Feiertag zur Austragung kam, gewann der Gast mit 6:5 Toren. Anschließend fand ein gemütliches Beisammensein bis zum anderen Morgen statt. – Die Gegenbesuche häuften sich. Es entwickelten sich Freundschaften, die auch durch den Bau der Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland im Jahre 1961 nicht zerbrachen. Durch private Initiativen einiger ehemaliger Münzenberger Handballer wurde der Kontakt aufrecht erhalten. Erst viele Jahre später verwirklichten sich Wünsche, die damals niemand ahnen konnte …

Der Turn- und Sportverein Münzenberg, den einst etwa 25 turnbegeisterte Männer 1904 gegründet

hatten, stand 1954 ganz im Zeichen zweier Jubiläen. Die erste Feier „25 Jahre Handball“ fand am 2. Mai statt und war der Handballabteilung gewidmet. Den Höhepunkt bildeten natürlich die Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag vom 19. bis 21. Juni 1954. Beim Kommers fielen Worte der Würdigung für vorbildliche Arbeit. Der Sonntag galt den etwa 1000 Turnerkindern, die bei herrlichem Wetter auf dem Sportplatz um Siege wetteiferten. Einen schönen Anblick bot der Festzug, der sich durch die reich geschmückten Straßen bewegte und für Fröhlichkeit sorgte.

Im Februar 1955 trafen sich die Vereinsmitglieder im Wirtshaus zum „Schorsch Metzger“, um Initiativen für den Neubau einer Turnhalle zu ergreifen. Um diese Aufgabe bewältigen zu können, bildeten sie einen Bauausschuss. – Die Überschüsse aus den alljährlichen Maskenballveranstaltungen sollten zur Finanzierung auf ein Sonderkonto eingezahlt werden! Die guten Vorsätze waren vorhanden, doch vergebens.

Ein Jahr später trauert der TSV Münzenberg um seinen ehemaligen Vorsitzenden Friedrich Klotz, der am 19. Januar 1956 im Alter von 69 Jahren unerwartet verstarb. Als Neubürger hatte er nach dem Kriege die Vereinsführung übernommen, die er von 1946 bis 1948 ausübte.

Auf musikalischer Ebene ergab sich im Jahre 1961 für Münzenbergs Nachwuchs die Möglichkeit, das Mandolinen- und Gitarrenspiel zu erlernen. Die Werbekampagne von Jugendwart Hans Hendrischke brachte ein überwältigendes Meldeergebnis von 25 Kindern zwischen acht und zwölf Jahren. Mit viel Elan ging er, für die Mandolinenspieler zuständig, gemeinsam mit Günther Metzger, der für die Gitarristen verantwortlich zeichnete, ans Werk. Im Aufenthaltsraum der Zimmerei Debus übte man nun fleißig Volks- und Wanderlieder. Im März 1962 zog das Musikteam in den alten Schulsaal, dem heutigen evangelischen Gemeindezentrum, um. – Beim Familienabend im Dezember 1962 präsentierte sich die junge Schar erstmals dem Publikum. Mit dem Lied „Sonnenschein und blauer Himmel“ wurde der musikalische Reigen eröffnet. Von nun an war die neu gegründete Mandolinengruppe bei allen Vereinsveranstaltungen vertreten. Ihren größten Auftritt erlebte sie beim Münzenberger Feuerwehrfest. Da die Nachfragen zu Beginn enorm waren, richtete Musikleiter Hendrischke in den Jahren 1963 und 1966 zwei weitere Kurse ein. Beim Letzteren sah man aber bereits das nachlassende Interesse. – Ab März 1968 erlaubte die Schulleitung im Lehrerzimmer der Steinbergschule zu musizieren. Der Kreis verkleinerte sich trotz würdiger Unterkunft konstant. Ein Neubeginn scheiterte an der geringen Resonanz. So kam es, dass das „Aus“ der Gruppe im Dezember 1969 erfolgte.

Die Handballer des TSV Münzenberg, die seit 1951 der Bezirksklasse angehörten und nur 1952 und 1953 noch Vizemeisterplätze verbuchten, spielten sich 1962 erstmals wieder in den Vordergrund und sorgten für positive Überraschungen. Das Team, das vorwiegend aus Nachwuchsspielern bestand, erkämpfte sich im letzten Match, das zu Hause über die Bühne ging, gegen Atzbach den „Bezirksmeistertitel“. Bei den Aufstiegsspielen zur Verbandsliga Nord gelang der Sprung in die höhere Klasse. Drei Jahre lang konnten sich unsere Akteure hier halten. Der Abstieg in die Bezirksliga verlief dramatisch und war erst nach zwei gesonderten Qualifikationsrunden besiegelt.

Am 8. März 1962 verstarb Ehrenvorsitzender Otto Enders II., geboren am 25. Januar 1879, im Alter von 83 Jahren. Er war Mitbegründer und 1. Vorsitzender des Turnvereins von 1904 bis 1929.

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