Von Seiten der Alliierten waren nach der Kapitulation im Mai 1945 jegliche Vereinsaktivitäten untersagt. Turn- und Sportvereine wurden aufgelöst. Doch diese diktatorischen Maßnahmen standen für die Handballer aus Gambach und Münzenberg nur auf dem Papier. Der erste Vergleichskampf fand bereits im Juli des glei-chen Jahres auf dem Großfelde statt. – Der Anfang war gemacht! Die Freude am Spiel war ungetrübt, Ehr-geiz und Wille waren ungebrochen!
Die Siegermächte lockerten allmählich die Verbote und erlaubten wieder Zusammenkünfte. Unter dem neu-en Namen „Kultur- und Sportgemeinschaft“ durfte der ehemalige Turnverein 1946 wieder aktiv werden. Dies nutzten sofort unsere Vereinsmitglieder und luden zur Generalversammlung ins Vereinslokal „Zum Löwen“ ein. Bei den Wahlen kürte man Friedrich Klotz, der Ende 1944 mit Frau und zwei Kindern von Gie-ßen nach Münzenberg evakuiert wurde und hier eine neue Heimat fand, zum 1. Vorsitzenden.

Für die erste Großfeldhandball-Saison 1946/47, die nun die Machthaber freigaben, waren unsere Handballer sofort zur Stelle. In der Kreisklasse ging es nun unter dem neuen Namen Turn- und Sportverein Münzenberg auf Punktejagd.

Im Januar 1947 hielten die Mitglieder im Vereinsgasthaus „Zum Löwen“ ihre zweite Generalversammlung ab. An der Führungsspitze blieb alles unverändert. Für den vakanten Posten des 1. Turnwartes stellte sich mit Otto Frank erstmals ein Neubürger für dieses Amt zur Verfügung, der auch gleich das Turnen so richtig in Schwung brachte.

Münzenbergs Frauen, die in all den Jahren kein großes Mitspracherecht hatten, meldeten sich im Frühjahr 1947 zu Wort. Die Faszination des runden Leders ergriff auch unsere jungen Damen. Leider hielt dieser En-thusiasmus nur bis zum Ende der Saison 1948.

Viele Bürger, die durch die Kriegsereignisse in Münzenberg eine neue Heimat gefunden hatten, schlossen sich bald dem TSV an, um auch gesellschaftlichen Anschluss zu bekommen. Das kulturelle Leben erhielt dadurch einen großen Aufschwung.

Die nächste Generalversammlung, die im Januar 1948 terminiert war, brachte in der Vereinsführung eine Änderung. Der seitherige Vorsitzende Friedrich Klotz verzichtete auf eine weitere Kandidatur. Als Nachfol-ger stellte sich mit Heinrich Schwenz ein erfahrener Mann zur Verfügung, der den Verein bereits von 1929 bis 1936 als Vorsitzender geführt hatte.

Nach vielen Jahren schwerster und entbehrungsreichster Zeit kehrte Otto Schlecht, ehemaliger Vorsitzender von 1936 bis 1945, kurz vor Weihnachten 1949 aus russischer Gefangenschaft heim. Sein Tatendrang war ungebrochen!

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