Es dauerte eine geraume Zeit, bis sich das Turnen von diesen Maßnahmen erholte. Die Nachwuchsförderung, die stets erste Priorität hatte, brachte nun wieder Erfolge. 1934 gab es auf höchster Ebene Neueinteilungen der Gaue, Bezirke und Kreise. Münzenberg gehörte nun dem Gau Nordhessen, dem Bezirk Gießen und dem Turnkreis Wetterau-Vogelsberg an.

In den folgenden Jahren ruhte die ganze Verantwortung auf den Schultern der Jugend, die fast alle im Jungvolk bzw. in der Hitlerjugend organisiert war. Das Schülerturnen stand auf hohem Niveau und konnte bis zum Kriegsausbruch betrieben werden. Danach fielen die Trainingsstunden mangels fehlender Übungsleiter aus.

Unsere Jugendhandballer, in all den Jahren nicht untätig, rückten in der Saison 1938/39 erstmals über die Grenzen Münzenbergs ins Rampenlicht. In der Großfeldrunde erkämpfte sich das Team der beiden Handballwarte Wilhelm Wirth und Wilhelm Schäfer den Kreismeistertitel, der die Teilnahme um die Bannmeisterschaft bedeutete. Dieses denkwürdige Match fand in Gießen statt, also ein Heimspiel für den Kontrahenten VfB Gießen. Der Rivale, zur damaligen Zeit eine Großmacht in der Handballszene, ging als haushoher Favorit allzu selbstsicher ans Werk und bekam prompt die Quittung. Unsere Garde diktierte das Spielgeschehen nach Belieben und landete einen sensationellen 15:10-Sieg. – Beim weiterführenden Spiel um die Gebietsmeisterschaft verlor unsere Truppe gegen Garbenheim nach verzweifeltem Kampf knapp mit 10:11 Toren.

Der Zweite Weltkrieg, den Deutschland am 1. September 1939 entfachte, wütete nun mit aller Brutalität weltweit und brachte auch für fast alle Münzenberger Familien großes Leid. Im Jahre 1940 gab es bereits den ersten Gefallenen, und zwar „Heinrich Boller“. Er war ein Turner! Er sollte nicht der Einzige bleiben! – Weit über 50 Vereinsmitglieder aus dem Städtchen kehrten nicht mehr zurück!

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